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Globuli: Herstellung, Anwendung, Wirkungsfrage

Globuli sind Zuckerkügelchen, auf die eine potenzierte Zubereitung aufgebracht wurde. Ihre Herstellung ist genau geregelt und gut dokumentiert – was die Frage nach der Wirkung nicht beantwortet, aber erklärt, worüber gestritten wird.

Stand: 26. Juli 2026 · Informationen ohne Heilversprechen, kein Ersatz für ärztlichen Rat

Herstellung

Die Herstellung ist im Homöopathischen Arzneibuch festgelegt. Ausgangspunkt ist eine Urtinktur oder eine Verreibung des Ausgangsstoffs. Diese wird schrittweise verdünnt, wobei nach jedem Schritt verschüttelt wird. Die entstandene Potenz wird auf Streukügelchen aus Saccharose aufgebracht, das Lösungsmittel verdampft.

Der Prozess ist standardisiert und reproduzierbar. Was am Ende in der Röhre liegt, ist Zucker – bei Hochpotenzen ohne nachweisbaren Anteil der Ausgangssubstanz.

Die Potenzangaben

  • D-Potenzen: je Schritt 1 zu 10. D6 bedeutet sechs Schritte, also eine Verdünnung auf ein Millionstel.
  • C-Potenzen: je Schritt 1 zu 100. C30 bedeutet dreißig solche Schritte.
  • LM- oder Q-Potenzen: je Schritt 1 zu 50.000, in der klassischen Praxis verwendet.

Niedrige Potenzen enthalten messbare Substanzmengen. Bei D6 ist noch etwas vorhanden, bei D12 sehr wenig. Ab etwa D24 beziehungsweise C12 ist rechnerisch kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr zu erwarten – die Verdünnung übersteigt die Teilbarkeit von Materie.

Zum Einordnen: Das führt zu einem Punkt, der oft überrascht: In der Homöopathie gelten höhere Potenzen als stärker wirkend. Das ist die Umkehrung des pharmakologischen Prinzips, nach dem die Dosis die Wirkung bestimmt. Diese Umkehrung ist kein Nebenaspekt der Lehre, sondern Teil ihres Kerns.

Was bei Hochpotenzen erklärt werden müsste

Wenn kein Molekül mehr vorhanden ist, müsste eine Wirkung anders zustande kommen. Vorgeschlagen wurden Erklärungen über Strukturen im Wasser, die eine Information speichern und weitergeben. Ein solcher Mechanismus ist nicht bekannt und mit gesicherter Physik und Chemie nicht vereinbar.

Zusätzlich stellt sich ein praktisches Problem: Bei Globuli ist das Lösungsmittel verdampft. Eine Information müsste demnach nicht nur im Wasser entstehen, sondern auf Zucker übertragen und dort dauerhaft erhalten bleiben.

Was die Forschung ergeben hat

Zur Homöopathie liegen hunderte kontrollierte Studien vor, dazu mehrere umfassende Auswertungen durch Wissenschaftsakademien und Gesundheitsbehörden. Der übereinstimmende Befund: Für kein Krankheitsbild ist eine Wirkung über Placebo hinaus zuverlässig belegt. Auffällig ist ein Muster – je besser eine Studie methodisch kontrolliert ist, desto kleiner der gefundene Effekt.

Praktisch

Globuli sind sehr gut verträglich; der Zuckeranteil ist bei hoher täglicher Anzahl der einzige stoffliche Punkt, relevant bei Diabetes. Das Risiko liegt woanders: darin, dass eine wirksame Behandlung ersetzt oder eine notwendige Abklärung verzögert wird. Bei selbstlimitierenden Beschwerden ist das folgenlos, bei ernsten Erkrankungen nicht.

Häufige Fragen

Woraus bestehen Globuli?

Aus Saccharose, also Rohrzucker. Die potenzierte Zubereitung wird aufgesprüht oder aufgetropft, das Lösungsmittel verdampft. Was bleibt, ist Zucker mit einer aufgebrachten Verdünnung.

Was bedeutet D12 oder C30?

Die Buchstaben geben das Verdünnungsverhältnis an, die Zahl die Anzahl der Schritte. D bedeutet 1 zu 10 je Schritt, C bedeutet 1 zu 100. C30 entspricht damit dreißig Verdünnungsschritten im Verhältnis 1 zu 100.

Ist in einer Hochpotenz noch Wirkstoff enthalten?

Rechnerisch nicht. Ab etwa D24 oder C12 überschreitet die Verdünnung die Größenordnung, in der ein Molekül der Ausgangssubstanz noch zu erwarten wäre. Das ist keine Interpretationsfrage, sondern eine Folge der Verdünnungsschritte.

Quellen

  • Homöopathisches Arzneibuch: Herstellungsvorschriften für Potenzen und Streukügelchen
  • Umfassende Übersichtsarbeiten und Metaanalysen zur Wirksamkeit der Homöopathie
  • Arzneimittelgesetz: Registrierung homöopathischer Arzneimittel

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