Studienlage und Bewertungsmaßstab
Damit die Einordnungen auf dieser Seite vergleichbar bleiben, liegt ihnen ein einheitlicher Maßstab zugrunde. Hier steht, welcher.
Warum das überhaupt nötig ist
Naturheilmittel werden in Deutschland auf sehr unterschiedlichen rechtlichen Wegen verkauft: als Arzneimittel mit Zulassung, als registriertes homöopathisches Arzneimittel ohne Wirksamkeitsnachweis, als Nahrungsergänzungsmittel, als Medizinprodukt oder als Kosmetikum. Für Käuferinnen und Käufer sieht das im Regal gleich aus – für die Frage, was geprüft wurde, macht es den entscheidenden Unterschied.
Ein registriertes homöopathisches Arzneimittel etwa darf verkauft werden, ohne dass eine Wirksamkeit belegt wurde; geprüft werden Qualität und Unbedenklichkeit. Das ist keine Kritik, sondern eine Beschreibung der Rechtslage. Wer das nicht weiß, liest ein „zugelassenes Arzneimittel" als Wirksamkeitsnachweis, der es nicht ist.
Die vier Stufen
| Einordnung | Bedeutung |
|---|---|
| Belegt | Mehrere kontrollierte Studien oder eine systematische Übersichtsarbeit zeigen einen Effekt in eine konsistente Richtung. |
| Hinweise | Es gibt Studien mit Effekt, aber wenige, kleine oder methodisch angreifbare. Ein Ergebnis, das noch kippen kann. |
| Unklar | Datenlage widersprüchlich oder zu dünn für eine Aussage. Häufigster Fall in diesem Themenfeld. |
| Nicht belegt | Gut untersucht und ohne Effekt über Placebo, oder die behauptete Wirkung widerspricht gesichertem Wissen. |
Welche Quellen zählen
Bevorzugt werden systematische Übersichtsarbeiten und Stellungnahmen von Institutionen ohne Verkaufsinteresse. Konkret vor allem: Cochrane-Reviews, Bewertungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zu Health Claims, Monografien des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur, Verbraucherzentralen, Bundesinstitut für Risikobewertung sowie Fachinformationen der Hersteller – letztere für Zusammensetzung und Dosierung, nicht für Wirkungsaussagen.
Nicht als Belege verwendet werden Erfahrungsberichte, Herstellerbroschüren, Studien ohne Kontrollgruppe und Verweise auf Tradition. Sie können erwähnt werden, wenn sie den Markt beschreiben – als Wirkungsnachweis taugen sie nicht.
Was diese Seite nicht tut
- Keine Diagnosen und keine Therapieempfehlungen.
- Keine Aussagen darüber, dass ein Mittel eine Krankheit heilt, lindert oder verhütet.
- Keine Dosierungsempfehlungen jenseits der Herstellerangaben.
- Keine Bewertung einzelner Behandelnder und keine Vermittlung von Behandlungen.
Korrekturen
Wenn eine Einordnung hier nicht mehr zum Forschungsstand passt, ist das ein Fehler und wird korrigiert. Hinweise mit Quellenangabe gehen an kontakt@homotox.de. Jeder Beitrag trägt ein Datum, das den Stand der letzten Durchsicht angibt.